ORDEN OGAN – To The End

Der gemeine Rezensent lässt sich beim Power Metal aus deutschen Landen häufig nicht lumpen und greift in Sachen Komplimente und Superlative gerne in die Vollen. Den genreansässigen Bands allerdings scheint dies nicht viel zu bringen, denn trotz vielen Lobes in höchsten Tönen fristen die meisten von ihnen, so sie nicht gerade Vampire oder ähnliches Volk sind, ihr Dasein im Vorprogramm gefeierter ausländischer Bands oder gar im Underground. Wenn man allerdings einem deutschen Genrevertreter in Zukunft Größeres voraussagen möchte, dann sind das definitiv die Sauerländer ORDEN OGAN. Zwar gibt es die Jungs aus Arnsberg auch schon eine halbe Ewigkeit, in den letzten Jahren jedoch hat sich das Quartett stetig in die Gunst eines breiteren Publikums gespielt und wird langsam aber sicher vom Geheimtipp zur festen Größe. Da es an den, zwar gut gemeinten, im Ergebnis allerdings eher zum Schmunzeln als zum Staunen anregenden Videoclips zu ihren Single-Auskopplungen definitiv nicht liegen kann, muss es wohl die Musik sein, die ORDEN OGAN derart interessant macht. Und tatsächlich, was sich im Jahr 2010 auf „Easton Hope“ bereits mit einem Paukenschlag ankündigte, bestätigt sich mit dem aktuellen Album „To The End“ schon beim mitreißenden Intro: ORDEN OGAN wollen in die erste Liga und haben auch das Zeug dazu! Bandchef Seeb Levermann hat auf ganzer Linie beachtliche Arbeit geleistet. Das vielschichtige Songwriting lässt kaum zu wünschen übrig und offenbart eine ganze Reihe an bemerkenswerten Melodien, die mit abwechslungsreichem Beiwerk stimmig verpackt werden. Auf „To The End“ verstecken sich keine Schema-F-Songs, sondern ORDEN OGAN liebäugeln strukturell sehr offensichtlich mit Blind Guardian. So gibt es in nahezu jedem Stück viel Liebe zum Detail zu entdecken, auch wenn man diesmal größtenteils auf folkloristische Instrumente verzichtet, und häufig wird man nach einem eher behäbigeren Part schon mal ordentlich in den Arsch getreten. Man merkt, dass ORDEN OGAN trotz ihres 16-jährigen Bestehens noch eine durch und durch junge Combo ist, die auch mit recht modernen Klängen durchaus etwas anfangen kann. Wer sich dem hymnischen Metal verschrieben hat, der packt selbstverständlich auch die eine oder andere balladeske Nummer aufs Album, hier etwa ‚The Ice King‘, und auch da wissen die Arnsberger zu punkten. Mehr Spaß bereiten sie jedoch definitiv mit den speedigen Parts, die sich langfristig in den Gehörgang brennen. Vielleicht schafft es auf diesem Wege ja doch mal wieder eine deutsche Band nach ganz oben. Die Weichen sind mit „To The End“ jedenfalls gestellt.

Tracklist:Orden Ogan - To The End Cover

01. The Frozen Few
02. To The End
03. We Believe In
04. Land Of The Dead
05. The Ice Kings
06. Till The Stars Cry Out
07. This World Of Ice
08. Dying Paradise
09. Mystic Symphony
10. Angels War
11. Take This Light

 

So ebenfalls erschienen bei LEGACY Online mit 13 von 15 Punkten


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