Über die Macht der Statistik – Platz 1 der FTS-Rangliste und nix dahinter!?

Damen FTS NRW Rangliste August

Für die einen, etwa diejenigen, die das freie Turniersystem ausschließlich als Trainingsmöglichkeit und Chance sehen, an einem oder mehreren Abenden der Woche ganz gemütlich mit Gleichgesinnten ein paar Pfeile zu werfen, ist es nur eine Aneinanderreihung von Namen, deren Sortierung sie maximal peripher tangiert. Doch für die anderen ist es die wahrscheinlich wichtigste Liste der Welt… Zu theatralisch? Nagut, un petit peu, ich gebe es zu, selbst für meine Verhältnisse. Aber immerhin gibt es, und diese Aussage beruht auf Erfahrungswerten, genügend Spieler, die dem Veröffentlichungstermin der monatlich aktualisierten FTS-Rangliste (an dieser Stelle übrigens Mal ein großes Dankeschön an unseren Marc Sausen, der unermüdlich versucht, die Leute zu animieren und motivieren, die einschlägigen Veranstaltungen zu besuchen und der dafür sorgt, dass wir die Statistik überhaupt regelmäßig bestaunen dürfen) bereits Tage vorher entgegenfiebern, in der Hoffnung im zurückliegenden Monat die eigene Position in Hinblick auf das große FTS-Finalturnier im kommenden März entscheidend gefestigt zu haben. Tja, und dann gibt es da noch mich, die ich einer ganz speziösen Gattung von Mensch angehöre, wie zwangsläufig einigen inzwischen schon aufgefallen sein dürfte. Dass mein vermaledeiter Klarname die  nordrheinwestfälische FTS-Rangliste der Damen mit Stand Ende August anführen würde, wusste ich zugegebenermaßen schon vorher, denn rein rechnerisch war bei meinem Kontingent an besuchten Turnieren in besagtem Monat kaum etwas anderes möglich. Und doch konnte ich den großen Tag nicht erwarten, an welchem ich es schwarz auf weiß auf der NWDV-Homepage nachlesen konnte. Oben. Ganz oben. Freude. „Warum?“, werden sich einige von euch fragen.

Private Omni-Paula, antreten zum Sport – Ein Exkurs

Nun, als annähernd patentierte und ebenso fast graduierte Hobbypsychologin sehe ich die Gründe dafür selbstredend tief in meiner omninösen (wow, das Wortspiel ist so mies, das möchte ich selbst wieder löschen) Vergangenheit und der damit verbundenen vollends ruhm- und ehrlosen Sportlerinnenkarriere verwurzelt, die ich vom durchaus als kritisch zu betrachtenden Kindergartenalter an bis hin zum Ende meiner Adoleszenz (immerhin habe ich diese erfolgreich hinter mich gebracht, Applaus bitte), an den Tag gelegt habe. Ich möchte an dieser Stelle die sich mir bietende, hervorragende Gelegenheit nutzen, um mich bei meinen Förderern zu bedanken:

Den Grundstein zu allem Übel legte eine gewissen Frau Butterbrot (ich wünschte, ich wäre kreativ genug gewesen, diesen Namen zu erfinden, aber nein, die Dame hieß und heißt tatsächlich so) beim DLRG. Unerfreulicherweise war meine, nichtschwimmende, Oma der Ansicht gewesen, ich müsste mich wie ein Fisch im Wasser bewegen können, noch bevor ich in der Grundschule lerne, wie man sich wie ein Fisch im Wasser bewegt. Sie hatte die Befürchtung, ich könnte später die einzige in meiner Klasse sein, die noch keinen diesbezüglichen Unterricht genossen hatte. Selbstverständlich sollte sich herausstellen, dass ich ganz im Gegenteil die einzige war, deren absolut stylische Bademode bereits ein Seepferdchenabzeichen zierte. Und noch dazu die absolut einzige mit einer ausgewachsenen Chlorwasserphobie. Nun, ich schätze Frau Butterbrot mochte keine kleinen, dicken, von Hause aus verhätschelten und bei der winzigsten Stresssituation nach ihrer Oma verlangenden Mädchen. Gemein, oder? Ich weiß heute nicht einmal mehr, was genau zwischen mir und der Lehrerin vorgefallen ist, im Gegensatz zur Erinnerung allerdings ist die Panik vor Wasser geblieben. Wie ich es trotzdem immerhin bis zum Silber-Abzeichen geschafft habe? Zum einen hatte Omi alsbald ein einsehen und setzte durch, dass ich alsbald bei einer jüngeren Dame unterrichtet wurde, welche ihren pädagogischen Auftrag erfreulicherweise nicht an die Figur des Gunnery Sergeant Hartman aus Full Metal Jacket anlegte. Zum anderen versprach mir meine Mutti damals die wunderschönste aller Barbies, wenn ich doch nur vom Drei-Meter-Brett springen und damit die letzte fehlende Leistung erbringen würde. Ihr werdet zugeben müssen, dass dies, in den damaligen Kontext eingebettet, ein außerordentlich verlockendes Angebot war. Die Barbie gibt es noch immer, nur vom Dreier bin ich seither niemals wieder gesprungen.

Meine Großmutter war es dann übrigens auch, die mich unmissverständlich davon überzeugte, dass Schuhe mit Rollen darunter des Teufels Werk höchstpersönlich sind (warum ich dennoch welche hatte, erschließt sich mir an dieser Stelle nicht und wird wohl für immer ein Mysterium bleiben). Dreimal (!!) bewaffnete ich mich als Achtjährige in mühevollster Kleinarbeit mit meinen rosaroten Höllenrädern und der zugehörigen Knochenschonerbatterie, robbte von der Haustür an den schier unendlich langen Weg bis zum Bürgersteig auf meinen geschützten Knien um mich schließlich am rettenden Zaun auf die quasi motorisierten Beine zu hangeln, was einem nicht zu verachtenden Erfolg gleichkam. Mit meinem Gleichgewicht hadernd bewegte ich mich Zentimeter um Zentimeter nach vorne, unter dem heroischen Klang imaginärer Fanfaren schien ich die Rennstrecke zu besiegen bis urplötzlich… meine Omi den Kopf aus dem Fenster streckte und mir die magischen Worte zurief, die mein Schicksal diesbezüglich besiegeln sollten: „Ach Miriam, das lernst Du nie!“ Dreimal (!!) beflügelte mich dieses gar magische Mantra derart, dass ich ohne Zeit für romantische Theatralik das Gleichgewicht verlor und in der Konsequenz nur wenige Augenblicke später mit dem Rücken über unserem Jägerzaun hing. Und ja, sowas tut weh und blutet. Nun, am dritten Murmeltiertag schenkte ich der mahnenden Sentenz meiner Oma (und den schmerzenden Kratzern auf meinem Buckel) endgültig Glauben. Ich würde es niemals lernen, was bis zum heutigen Tage ebenfalls der Wahrheit entspricht.

Meinen Klassenlehrer in der Grundschule mochte ich wirklich gerne, und er mich – schließlich war ich, das darf ich ganz unbescheiden sagen, sein bestes Pferd im Stall. Nun, sicher nicht das schönste Ross, ebenso wenig wie das schnellste, aber ganz gewiss das klügste. Hm. Wenn ich es recht bedenke, spricht das alles wohl eher für einen Esel. Aber wie dem auch sei. Ich mochte ihn. Bis zu dem Zeitpunkt, als er mir mein Abschlusszeugnis überreichte und mir voll des Stolzes folgendes verkündete: „Liebe Miriam, ich habe Dir in Sport die Note 4-, obwohl dies schlechter ist, als du es eigentlich verdient hättest, gegeben. Sieh es als Motivation für Deinen weiteren Lebensweg und deine neue Schule, auf dass Du Dich in Zukunft mehr anstrengend mögest!“ Oh, entzückend, vielen herzlichen Dank. Selbstverständlich war niemals mein Übergewicht und die damit verbundenen spöttischen Bemerkungen meiner Mitsportler das Problem, es mangelte mir schlicht und einfach an der nötigen Motivation, meinen Astralkörper über Hürden und Sandgräben zu hieven oder gar Tennisbälle weit zu werfen (Schöne Grüße an die Bundesjugendspiele. Dinge, deren Sinn sich mir nicht erschließt, werde ich niemals in zufriedenstellendem Maße absolvieren. Punkt.)

Jedenfalls war ich unwahrscheinlich hoch motiviert, als ich schrecklich nervös beim Vorstellungsgespräch für das Gymnasium meiner Wahl saß, welches zum damaligen Zeitpunkt als durchaus anspruchsvoll und elitär betrachtet werden konnte. Zu meiner immensen Enttäuschung gratulierte mir niemand zu meinen ansehnlichen Leistungen in allen erdenklichen Wissenschaften, die ein Grundschüler zu leisten im Stande ist. Nein. „Sie haben also eine 4- in Sport. Wie erklären Sie sich diesen Umstand?“ Boah, ernsthaft? Ich war ja wirklich ein außerordentlich stilles und folgsames, um nicht zu sagen, der Erziehung wegen, biederes kleines Mädchen, aber zu genau diesem Zeitpunkt war ich zum ersten Mal in meinem 11jährigen Leben in absolut vollem Umfang sickig. So richtig sickig. Doch, was soll ich Euch erzählen, da Ihr ohnehin schon wisst, dass ich nicht unbedingt die Zielperson für Happy Endings bin? Der Spießrutenlauf ging weiter, die getuschelten Lästereien wurden mit zunehmender Adoleszenz von Adressat und Empfänger grausamer. Ich ertrug es mehr oder minder tapfer, oder ließ mir, manchmal sogar begründete, Entschuldigungen für den Sportunterricht schreiben, je nachdem was gerade auf dem Lehrplan stand. So verschafften mir etwa die Dornwarzen, die ich mir beim so verhassten Schwimmunterricht der Mittelstufe, in der hausinternen Badeanstalt, eingefangen hatte, ein wunderbar laues Halbjahr, bei welchem sich meine sportlichen Darbietungen leider, leider auf das Leisten von Hilfestellung während des Turnunterrichts beschränkten. In jedem Übel steckt eventuell doch ein Fünkchen Glückseligkeit, man muss ihn nur sehen!

Der Myriaden von zweifelsfrei gänzlich traumatischen Kindheitserlebnissen in Punkto Leibesübungen ungeachtet, möchte ich gewiss nicht nur jammern. Entsprechend gilt es zu erwähnen, dass ich nicht fundamental talentfrei in Sachen körperlicher Ertüchtigung war und bin. Ich spielte ganz passabel Tischtennis. Badminton auch. Und Volleyball. All jenes machte mir sogar tatsächlich Spaß und mit abnehmendem Gewicht und damit immerhin leiser werdenden Schmährufen meiner Mitschüler zu Oberstufenzeiten waren jene Kurse hinlänglich zu ertragen. Manchmal spiele ich sogar heute noch Badminton und miete den Platz hochmotiviert gleich für 120 Minuten an. So hat man definitiv mehr Zeit um zwischen den regelmäßigen und vor allem ausgiebigen Verschnaufpausen ein paar Ballwechsel zu spielen. Ruhm und Ehre blieben mir im sportlichen Sinne dennoch bis heute vollumfänglich verwehrt, es sei denn, ein besonders barmherziger Samariter möchte mir noch nachträglich einen Orden, Pokal oder wenigstens eine Urkunde dafür überreichen, dass ich die Unterprima nicht wiederholen musste, da ich es nach sagenhaften 90% Fehlstunden beim Schulschwimmen (gelobt sei sowohl Tatsache, dass man sich mit dem Erreichen der Volljährigkeit seine Entschuldigungen selbst schreiben durfte als auch der vielsagende und absolut universelle Terminus der „Unpässlichkeit“) dank meiner Teilnahme an der finalen Unterrichtsstunde und der seinerzeit erbrachten Mammutleistung 400 (in Worten Vierhundert!!!!) Meter am Stück (!) zu Schwimmen ohne einerseits den Erstickungstod vor lauter Erschöpfung zu erleiden und bevor andererseits die Pausenglocke unmissverständlich signalisiert, dass ich marginal zu langsam war. Freiwillige Gönner vor.

Subsumtion: Ich ward einfach nicht zu einer Sportlerin geboren und verdammt, ich hasse es, etwas nicht zu können. Naja gut, vielleicht nicht unbedingt grundsätzlich. Ich kann zum Beispiel auch nicht Bügeln. Doch mit diesem Defizit kann ich ganz phantastisch leben,  schließlich hängen sich die Klamotten auf Kleiderbügeln ganz von alleine gerade, wenn man lange genug wartet. Ich würde mit meiner sehr überschaubaren Kunstfertigkeit alles nur verschlimmbessern. Nein, das Bedürfnis, Leistung zu erbringen, bezieht sich ausschließlich auf Dinge, die mein Interesse geweckt haben und an denen ich bestenfalls auch noch Freude empfinde. Ich möchte unbedingt gut sei in dem, was ich tue. Im Wettkampf mit anderen habe ich in meiner 34jährigen Karriere bis dato immer den kürzeren gezogen. Nicht mal den Vorlesewettbewerb als Sextanerin habe ich gewonnen. Zu meiner Verteidigung sei allerdings erwähnt, dass die Jury (nämlich meine Mitschüler) in etwa so neutral waren, wie die punktevergebenden Nationen beim Eurovision Song Contest. Trotzdem. Bieberkacke, Bieberkacke, Bieberkacke…

Oben. Ich heb‘ ab, nichts hält mich am Boden.

Nachdem ich nun im vorangegangen, ganz winzig kleinen Exkurs unwahrscheinlich subtil auf die Mitleidsschiene aufgesprungen bin, versteht ihr eventuell, warum mich dieser Platz 1 der FTS-Rangliste freut, als wäre ich bereits jetzt Weltmeisterin (und im völlig uninteressanten Nebeneffekt Millionärin, muahaha). Man möge mir verzeihen, dass ich nach all der Scheisse (!) der vergangenen Monate, einer einfachen Liste solch immense Bedeutung zumesse. Mit pinkem Blümchenrahmen verziert und Augenmerk auf die platzweisende Zahl und den eigenen Namen liest sich das alles gar schrecklich wunderbar. Und man kann bei Leuten, die nicht in der Materie sind unwahrscheinlich gut angeben. „Mutti, ich steh auf Platz 1 bei den teilnehmenden Frauen in ganz Nordrhein-Westfalen!“. „Ja Julchen, ich hab es dir ja schon immer gesagt, du bist die geborene Sportlerin!“ Ganz genau. Oder auch immer wieder gern genommen: „Ich muss meine herausragende Platzierung verteidigen, ist doch nicht schlimm, wenn ich morgen früh etwas später zur Arbeit erscheine, oder?“ Und ja, selbst ich, die ich grundsätzlich alles kritisch hinterfrage, jedes noch so kleine Haar in der Suppe suche und final auch finde (und wenn ich es höchst selbst hineinwerfen muss), gestatte mir ab und an, zu sehen und zu genießen. Das bin ich. Und ich steh oben. Toll.

Du Opfer…der eigenen Ansprüche

Nach einem kurzen, zufriedenen Augenblick des Verharrens verschwinden die rosaroten Wölkchen und weichen einer steifen, rauen Brise, die sich Statistik nennt. Bemüht man nämlich die einfache Formel zur Errechnung eines Mittelwertes (selbstverfreilich nach Abzug der Bonuspunkte für mehr als rege Teilnahme), stellt man fest, dass ich im Schnitt pro gespieltem FTS-Turnier gerade mal 3,17 Punkte erspiele. Das finde ich ganz persönlich, schlicht und ergreifend erbärmlich. Weil ich weiß, was ans Board zu bringen ich eigentlich in der Lage bin. Vor einem Turnier. Nach einem Turnier. Im Training. Wahrscheinlich auch nackig im Kopfstand mit verbundenen Augen (ok, ok, ich gebe es ja ohne Umschweife zu, selbstverständlich kann ich keinen Kopfstand, genaugenommen wird mir sogar bei einem einfachen Purzelbaum schlecht, erwischt). Einige werden gutgemeint einwerfen wollen, dass man sich als Frau ja auch in einem herrendominierten Feld messen muss. In gewisser Hinsicht stimmt das natürlich. Manchmal hat man schlicht und ergreifend Lospech. Da unternimmt man beispielsweise mal eine kleine Reise nach Bochum und trifft in der ersten Runde auf Colin Rice. Zonk, zumindest in Hinblick auf die spätere Punkteausbeute – menschlich betrachtet definitiv eine Bereicherung. Oder man bekommt drei Wochen in Folge im wunderschönen Borghorst zu Beginn denjenigen Herren zugelost, der am Ende des Tages die Siegeslorbeeren mit nach Hause nimmt. Bad Luck, klar, aber nicht der Kern allen Übels. Der bin nämlich ganz allein ich selbst, in Persona. Der Teufel trägt Nietengürtel. Je mehr Leute ich kennenlerne, umso größer wird die Liste derer, die ich nicht schlagen kann: Den Asi mit den blondierten Haaren habe ich zu gern, der luschige Bastard ist ein Brett und spielt grundsätzlich Shortlegs gegen mich, Bunting hat mal was gemeines zu mir gesagt, und so weiter und so weiter. Ich blockiere. Psychisch wie physisch. Ich kann spüren wie sich mein Körper versteift, sobald es zum ersten Spiel ans Oche geht. Manchmal zittern sämtliche Gliedmaßen, welche zum Erbringen einer wenigstens passablem Aufnahme von Nöten wären. Ich möchte so verdammt sehr unbedingt gut spielen… Um meinen Lieblingsmagier zu zitieren: „Man möchte brechen.“ Nicht mehr, und nicht weniger. Ich schätze, ich brauche ganz dringend einen Mentaltrainer. Aber um mir den leisten zu können, bräuchte ich Preisgelder. Dafür müsste ich unverkrampft spielen. Dafür bräuchte ich ganz dringend einen Mentaltrainer. Merkste wat? Ja, da haben wir ihn wieder, den viel zitierten und hoch geschätzten Teufelskreis. Ein ausgewachsenes Dilemma. Ein Drama würdig jeder Seifenoper. Bieberkacke.

Quantität statt Qualität? Learning by Doing!

Vermutlich gibt es mannigfaltige Strategien, dem Circulus Vitiosus zu entrinnen. Welche davon die richtige ist oder ob es die eine, erfolgsverheißende Methode überhaupt gibt, oder ob die Problematik nicht per se zu individuell ist – ich weiß es nicht. Entschieden habe ich mich dennoch. Für eine durchaus schockierende Konfrontationstherapie. Ich besuche FTS-Turniere, wann immer sich mir die Gelegenheit bietet, in der Hoffnung irgendwann meinen inneren Diablo zu besiegen und vollumfänglich frei spielen zu können. Ich versuche mich an das Wettkampfumfeld zu gewöhnen und mir damit in letzter Konsequenz irgendwann die Angst zu nehmen, die mich hemmt, gar lähmt und meistens davon abhält, so zu darten, wie ich es mitunter eigentlich zu leisten im Stande bin. Machen wir uns nichts vor, schließlich ist Prinzessin Omni aus dem Land der Einhörner durch und durch Realistin: Natürlich würde ich aktuell selbst dann gegen viele Herren der Schöpfung den kürzeren ziehen, wenn ich mein Potential mal einen ganzen Abend vollends auskosten würde. Aber so manch eine Niederlage der Vergangenheit, auch gegen grundsätzlich definitiv sehr viel stärke Gegner, war absolut unnötig. In solchen Situationen, in denen es gilt, sich ausnahmsweise mal nicht einzureden „das schaffst du nie“, sondern sich ein leidenschaftliches „come on“ entgegenzurufen und von Selbstbewusstsein erfüllt drei Pfeile einigermaßen geradeaus zu werfen, möchte ich entspannt sein und an mich glauben können. Deswegen spiele ich so viele FTS-Turniere, und nicht etwa, um mit einem unglaublich beeindruckenden 3.17er Punkteschnitt die Weltherrschaft an mich zu reißen (das kommt dann ab 4.0 und aufwärts, jawohl!). Stelle Dich Deinen Ängsten. Tschaka. Boomschakalaka. However. Und, du meine Güte, das wichtigste hätte ich vor lauter Seelenstriptease fast vergessen: Die meisten von Euch (so viel Ehrlichkeit muss erlaubt sein 😉 ) mag ich recht gerne und dementsprechend freue ich mich, Euch Woche um Woche zu sehen. Ja, auch deshalb spiele ich so viel Dart. Let’s come together. Right now. Oh yeah. In sweet harmony. Lusche!

Behind blue brown eyes

Der langen Rede kurzer Sinn: Nun wisst Ihr, was hinter diesem Platz 1 der Damen-FTS-Rangliste des Monats August steckt, ob Ihr es wolltet oder nicht. Mitnichten nichts, soviel darf ich sagen. Definitiv auch nicht die nächste Michaela van Gerwen (zu trainingsfaul) oder Gertrud Anderson (zu talentfrei). Vielleicht aber immerhin irgendwann einmal, in unbestimmt ferner Zukunft, eine ganz passable deutsche Dame im Steeldartzirkus, die sowohl die schwierige Lebensphase, während derer weder ihr Kopf noch ihr Herz je ganz entspannt waren, als auch den zu hohen Druck, den sie sich selber aufbürdete, weil sie meinte, sie müsse viel schneller als möglich und auch nötig, besser sein als alle anderen, hinter sich ließ und endlich zu dem fähig war, was sie sich so sehr wünschte: Boah, Miriam, spiel doch einfach nur Mal Dart. In diesem Sinne – Good Darts, game on.



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