ETERNAL TEARS OF SORROW – Children of the Dark Waters

Man stelle sich einmal vor, es stimme ein jedes Mal, was die Plattenfirmen über die neuesten Outputs ihrer meist zahlreichen Schützlinge schrieben.  Ein musikalisches Kleinod würde das andere jagen und vor lauter Meilensteinen der Musikgeschichte könnte sich das geneigte Ohr gar nicht mehr retten vor dem Überfluss an Hörgenüssen. Aber wir wissen, dass dieses Szenario nur Phantasie ist, und dass nicht überall tolle Mucke drin ist, wo es drauf steht.

An Neues aus dem Hause Eternal Tears of Sorrow stellt der kundige Hörer jedoch auch ohne hanebüchene Lobeshymnen der Promoter hohe Ansprüche.  Umso erfreulicher ist es, dass das nunmehr sechste Album der Finnen, welches auf den Namen „Children of  the dark Waters“ hört, in seiner Gesamtheit gar nicht mal so weit von den Label-Ankündigungen entfernt ist. Aber sind wir mal ehrlich, nichts anderes hatte man erwartet bzw. zumindest erhofft.

Ob man das Dargebotene nun Gothic Metal oder Melodic Death Metal nennt, so falsch liegt man mit beiden Bezeichnungen nicht, ist relativ gleichgültig, denn EtoS verfallen weder in triefende, herzzerreißende Lala-Momente noch in das mittlerweile absolute kitschige „Wir sind total böse und beweisen es euch mit erdrückendem Keyboard-Klimbim“-Phänomen der CoB-Kollegen. Die Finnen blenden auf ihrer neuen Scheibe erfolgreich die geschilderten Schwächen der beiden Genres aus und berufen sich stattdessen auf deren Stärken – und das klingt verdammt gefällig!

„Children of the dark Waters“ ist eine relativ EtoS-typische Gratwanderung zwischen düster-melancholischen und kraftvoll-wütenden Momenten. Mal ist das Riffing allgegenwärtig, in einem anderen Stück geben die Keyboards den Ton an;  hier gehen cleane Vocals fast schon lieblich ins Ohr und da verpassen einem Alttis dunkle Growls einen dezenten Kick ins werte Gesäß; anderorts schmettert einem eine geschlossene Chorfront einen Ohrwurm entgegen. Kurzum: Es ist einfach die Mischung der Finnen, welche ihre Veröffentlichungen zu etwas besonderem macht und auch die aktuelle LP bildet da definitiv keine Ausnahme.

Zwar ist das Album mit seinen gut 44 Minuten inklusive Bonustrack nicht allzu lang geraten, dafür hat sich allerdings auch kein Ausfall nach unten oder überflüssiger Lückenfüller eingeschlichen, dem man seine Zweitklassigkeit auch mit bestem Willen nicht absprechen könnte. Absolutes Highlight für mich, als Fan von eingängigen Melodien, Chören, Keyboards und überhaupt ist „Tears of Autumn Rain“. Den Refrain wird man einfach nicht mehr los und darüberhinaus treffen in diesem Song die meisten EtoS-Tugenden aufeinander. Dass das Album in Finnland wie eine Bombe eingeschlagen hat, verwundert da nicht unbedingt, hat man doch besagten Songs schon im Februar als Vorgeschmack auf den Longplayer veröffentlicht.

Zwar ist es nicht DER Meilenstein schlechthin, doch muss man Massacre Records insoweit recht geben, und das tue ich mit dem größten Vergnügen, dass die Messlatte für andere Genreveröffentlichung mit „Children of the Dark Waters“  doch, mal wieder, relativ hoch liegt.

Tracklist: Eternal Tears Of Sorrow - Children Of The Dark Waters Cover

01. Angelheart, Ravenheart
02. Baptized By The Blood Of Angels
03. Tears Of Autumn Rain
04. Summon The Wild
05. Sea Of Whispers
06. Midnight Bird
07. Diary Of Demonic Dreams
08. When The Darkest Night Falls
09. Nocturne Thule
10. Sea Of Whispers
[hupso]


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